Lucas Funke / 16 Jahre

Israel Schüleraustausch

Emek-Hefer & Burbach | 08. bis 15. März

Es war an ein Montag, ca. 10:45 Uhr und ein guter Freund sagte: „Lass doch mit nach Israel fliegen!“ Zu diesem Zeitpunkt dachte, ich er würde Spaß machen, doch als wir eine dreiviertel Stunde später bei der Schulleitung standen und alle nötigen Formulare zu holen stand es fest. Ich fahre mit nach Israel! Jetzt musste ich nur noch meine Eltern überzeugen, was nicht sehr schwer war. Zwei Tage später war alles ausgefüllt, unterschrieben und abgegeben. Die Vorfreude stieg von Tag zu Tag und alle fieberten dem Tag der Abreise entgegen, alle schrieben mit den Austauschschülern aus Israel. Dann kam der große Tag der Abreise, wir trafen uns in der Schule, verabschiedeten uns von unseren Eltern und stiegen in den Bus nach Frankfurt. Für mich war es mein erster Flug und ich war sehr aufgeregt. Um ca. 18 Uhr starteten wir mit ein wenig Verspätung und kamen um ca. 23 Uhr in Tel Aviv an. Als wir das Flugzeug verließen, kam uns ein komplett anderes Klima als in Deutschland entgegen, es war eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit mit extrem hoher Temperatur. Gegen Mitternacht kamen wir an der „Ramot Yam Highschool“ in Mikhmoret an. Wir wurden dort sehr herzlich empfangen. Wir bekamen Wasser, was nach der Fahrt im heißen Bus sehr wohltuend war. Als sich alle begrüßt haben und alle nach Hause fuhren, war die Überraschung groß für mich, da mein Austauschschüler Daniel während der Woche in einer Art Internat untergebracht war. Er nannte das Internat „Pnimia“. Es war sehr praktisch, da wir morgens länger schlafen konnten, weil wir ja direkt bei der Schule untergebracht waren, wo wir uns morgens alle trafen. Als er mir das ganze Schulgelände mit Schildkröten-Aufzuchtstation, Kantine und sämtlichen Sportanlagen gezeigt hatte, gingen wir schlafen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns alle an der Bushaltestelle um nach Tel Aviv zu fahren. Auf der Busfahrt haben wir uns alle näher kennengelernt und haben das ein oder andere Bild von schlafenden Mitschülern gemacht. Als wir in Tel Aviv ankamen, bekamen wir von einem israelischen Lehrer eine Stadtführung. Es war sehr witzig, da ein Mädchen aus Israel diverse Gegenstände und Orte sehr witzig und interaktiv vorstellte. Nach der Stadttour gingen wir in ein Restaurant, wo es Humus und verschiedene Dips für Pitabrot und Fladenbrot gab. Dabei gab es Fleischspieße von Rind und Lamm, danach gab es dann noch ein Eis. Das Essen in Israel war durchgängig sehr lecker. Als wir dann mit dem essen fertig waren, gingen wir an den Strand und der Sand dort war sehr fein, das hatte ich zuvor noch nie erlebt. Vom Strand ging es dann zurück zum Bus, der uns dann in eine Mall für Süßigkeiten gebracht hat, wo es lauter leckere Sachen gab. Danach fuhren wir zur Schule zurück. Daniel und ich gingen erstmal auf unser Zimmer, wo er mich dann seinen ganzen Freunden vorstellte. Wo ich wiedermal feststellen musste wie viel freundlicher Israelis sind im Gegensatz zu den Deutschen. Daniel, seine Freunde und ich verbrachten dann noch den Tag in der Pnimia. Am Abend gingen alle vom Austausch zum Haus des Schulleiters um die Sabbatfeier zu zelebrieren. Es gab wieder reichlich und leckeres Essen. Wir spielten noch alle zusammen ein lustiges Gemeinschaftsspiel und gingen nach Hause um uns für die kleine Feier am Abend herzurichten. Als wir uns alle bei Izack, einem Schüler aus Israel auch vom Schüleraustausch, trafen und gemeinsam den späten Abend am Lagerfeuer zu verbringen, hatten wir sehr viel Spaß und redeten als würden wir uns schon immer kennen. Da es dann doch zu spät wurde, schliefen Daniel und Ich bei Izack und wurden von Daniels Vater am Morgen dort abgeholt und sind zu ihm nach Hause gefahren, wo ich dann auch das erste Mal seine Familie sah und die Gastgeschenke übergab. An diesem Tag war Familientag, wo sich alle anderen außer Daniel und mir trafen. Die anderen gingen an den Strand schwimmen wo wir leider nicht mitkonnten, da Daniel zu weit weg wohnte. Daniel und ich sind stattdessen Fahrrad fahren gewesen. Am Abend trafen wir uns wieder alle um bei Daniels Onkel in der Bowlinghalle zu bowlen. Das hat dort wieder sehr viel Spaß gemacht. Daniel und ich wurden am Abend von seiner Mutter abgeholt und sind wieder zu ihm nach Hause gefahren und haben noch ein paar Videospiele gespielt.

Am folgenden Morgen sind wir dann per Anhalter zurück zur Schule gefahren, um mit dem Bus zu einer Organisation zu fahren die ganz Emek Hefer mit frischen Wasser versorgt, Schmutzwasser reinigt und Strom herstellt. Dank dieser Organisation ist Emek Hefer „die grüne Lunge Israels“. Danach sind wir alle mit dem Bus zu einer Gurken Farm gefahren. Wir konnten dort die Gurken frisch und selbst geerntet probieren, die Gurken dort sind um ein vielfaches leckerer als die aus dem Supermarkt. Als wir dort alles besichtigt und gegessen haben sind wir zu einem kleinen Park gefahren wo wir mal wieder was gegessen diesmal gab es Shawarma. Nach dem Essen kletterten wir alle auf ein Klettergerüst und schaukelten darauf. An diesem Abend haben wir uns wieder getroffen und einen gemütlichen Abend gemacht.

Am Tag darauf fuhren wir nach Jerusalem. Dort besichtigten wir die Klagemauer von innen und außen. Die ganzen Gänge und Räume haben mich sehr fasziniert, da ich sowas in dem Ausmaß noch nie gesehen hatte. Außerdem war es sehr interessant, da wir im Religionsunterricht zuvor das Thema behandelt haben. Es gab dort einen 360 Grad Virtualreality Raum, wo die Entstehung der Klagemauer bildlich erläutert wurde. Natürlich gingen wir wieder essen diesmal suchte ich mir Leber, Herz und Brust vom Hähnchen aus. Es war wiedermal sehr lecker. Gegen Abend haben wir uns wieder getroffen und haben selbstgemachte Kekse gegessen und sind zu einem Basketballspiel gelaufen, wo zwei der Schüleraustausch Teilnehmer spielten.

Am Dienstag konnten wir alle länger schlafen, da wir erst am späten morgen zum schuleigenen Bootsverleih mussten. Bei dem Bootsverleih haben wir uns dann zwei große „Paddel Boards“ geliehen und sind am Meeresufer entlang gepaddelt. Dabei habe ich leider meine Brille im Meer verloren. Nachdem wir gepaddelt haben, sind wir in die Küche gegangen und haben unser eigene israelische Mahlzeit zubereitet und gekocht. Es war mal wieder sehr lecker, vor allem mit dem Hintergedanken das es sehr viel Spaß beim Kochen gemacht hat. Als wir dann fertig mit essen waren, hatten wir Zeit alleine mit unseren Gastgeschwistern. An diesen Abend sind wir ohne die Lehrer an den Strand und haben den Sonnenuntergang beobachtet und haben Bilder gemacht. Danach sind wir zu „Burgus Buger Bar“ gelaufen und haben Burger mit Zwiebelringen und Cola gegessen. Dort hatten wir eine Menge Spaß, da wir einen Mitschüler verarscht haben, in dem wir zu den Mitarbeitern gesagt haben, dass er Geburtstag habe, was jedoch nicht der Fall war, worauf hin wir ihm ein Ständchen gesungen haben und er ein paar Wunderkerzen bekam.

Am vorletzten Tag sind wir in ein Kibbuz gefahren wo wir mit einem Überlebenden aus Theresienstadt gesprochen haben. Ich fand es sehr interessant ihm zuzuhören, da es nochmal ganz anders wirkt als wenn man es im Schulunterricht behandelt. Danach waren wir im eigenen Holocaust Museum des Kibbuzes, es war sehr schön gestaltet. Vor allem der Boden hat es mir angetan da dort aus passenden Fließen komplett Theresienstadt wie eine Landkarte dargestellt war. Als wir dort fertig waren, sind wir zu einer Künstlerin gefahren, die ihre eigene Kunstausstellung hat. Wir waren hauptsächlich in dem Teil der Ausstellung wo es um den Holocaust ging. Dort hingen von ihr selbst gemalte Bilder auf Leinwänden die das Leben in Ghettos und Konzentrationslagern darstellten. Darauffolgend waren wir mit dem Bus zu einem Picknick im Wald gefahren. Es gab dort wieder sehr leckeres Essen, welches frisch am Grill zubereitet wurde.

Am nächsten Morgen hätten wir früh aufstehen müssen, jedoch haben mein Gastbruder und ich verschlafen und ich somit die Möglichkeit verpasst an einer Unterrichtsstunde teilzunehmen. Danach trafen wir uns alle in einem der vielen Konferenzräume und haben die Woche Revue passieren lassen. Danach mussten wir dann leider nach ausgiebigem Verabschieden zum Flughafen nach Tel Aviv. Von Tel Aviv nach München hatten wir eine lange Verspätung und verpassten so den Anschlussflug. Statt nach Frankfurt mussten wir nun nach Köln fliegen. Wir kamen trotzdem wie erwartet zurück in Burbach an. Unsere Eltern erwarteten uns schon und freuten sich uns wieder zusehen. Dieser Schüleraustausch war für mich eine der besten Zeit meines Lebens und ich bekam einen ganz anderen Eindruck von der israelischen Kultur und dem Land generell. Vor dem Austausch dachte ich, dass ganz Israel ein einziges Kriegsgebiet ist, was mich auch erst davon abhielt mitzukommen. Doch ich bereue diese Entscheidung mitgekommen zu sein keines Wegs, denn dank des Austausches stellte ich fest, dass ich komplett falsch lag, da Israel in manchen Dingen viel fortschrittlicher ist als Deutschland. Generell waren die Israelis viel netter, freundlicher und positiver gegenüber anderen. Doch was am Ende bleibt sind neue Freunde wie Neta, Izack, Daniel, Noa und Noa, Gali, Gal, Carmel, Moriya und Shaked. Auch das Verhältnis zwischen den deutschen Schülern wurde gestärkt. Es war eine sehr schöne Zeit mit allen, sogar mit den Lehrern was ich mir vorher erst gar nicht so richtig vorstellen konnte. Ich will mich auch bei allen anderen bedanken die in irgendeiner Art und Weiße in diesen Austausch mitgewirkt haben, oder ihn organisiert haben.


Lucas Funke, 16 Jahre
nahm an einem Schüleraustausch teil und verbrachte so eine Woche in Israel.